DIY: Bau dir deine Russen-Stadt

Russische Städte sind alle gleich. In vielen Dingen zumindest. Hier der DIY Russenstadt-Baukausten.

Die Stadt
Überleg dir zuerst, wie alt deine Stadt sein soll. Wenn sie älter als 300 Jahre alt ist, bau einen Kreml in die Mitte. Ist sie jünger, sollte irgendeine Industrieanlage im Mittelpunkt, aber doch eher am Stadtrand stehen.

Straßen
Die Hauptstraße deiner Stadt heißt Leninstraße. Bennene weitere Straßen deiner Stadt nach wichtigen Daten (Straße des 1. Mai, Straße des 12. Dezember, Oktober-Straße), wichtigen Ereignissen (Straße der Oktoberrevolution, Straße des Sieges) und nach wichtigen Personen (Karl-Marx-Straße, Friedrich-Engels-Straße, Gogol-Straße, Puschkin-Straße, Gorkistraße, Swerdlow-Straße). Es bietet sich hierbei an, die nach Schriftstellern benannten Straßen alle im selben Viertel anzulegen. Weitere beliebte Straßennahmen: Straße der Roten Armee, Wolgastraße, Internationale Straße, Straße der Freiheit, Proletarische Straße, Kommunistenstraße, Sowjet-Straße, Pionierstraße, Russische Straße, Allee der Kosmonauten.

Bezirke
Deine Stadt ist in Bezirke aufgeteilt und einer davon heißt auf jeden Fall Wolgabezirk, egal, wieviele tausende Kilometer deine Stadt von der Wolga entfernt liegt. Weitere Bezirke heißen zum Beispiel Sonnenbezirk oder Friedensbezirk.

Grünanlagen
Lege, je nach Größe deiner Stadt, einige Parks an. In mindestens einem Park sollte es eine Vergnügungsanlage für Kinder geben, mit altersschwachem Kettenkarussell und einigen anderen, neueren Attraktionen. Der Hauptpark deiner Stadt sollte Park des Sieges heißen, für die Benennung der anderen Parks sind deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Schriftstellernamen bieten sich allerdings an.

Lenin
Auf dem Hauptplatz deiner Stadt, dem Leninplatz, sollte eine große Lenin-Statue stehen. Weitere, kleinere und größere Lenindenkmäler können nach Belieben in der Stadt verteilt werden. Auch Denkmäler für große russische Schriftsteller sollten nicht vergessen werden.

Nummern
Nummeriere alle öffentlichen und nicht-öffentlichen Einrichtungen deiner Stadt durch: Apotheken, Lebensmittelläden, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Bibliotheken, … Alles muss eine Nummer haben. Die Vergabe der Nummern muss aber keiner erkennbaren Logik folgen. Vergiss nicht, genügend Apotheken zu bauen. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du bereits genügend Apotheken in deiner Stadt gebaut hast, baue zur Sicherheit lieber nochmal eine irgendwo hin. Oder besser gleich zwanzig.

Kirchen
In jedem Bezirk deiner Stadt sollte es mehrere Kirchen geben, egal, wie regelmäßig sie besucht werden. Die Kirchen sollten möglichst prunkvoll verziert und möglichst russisch-orthodox sein. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du genügend Kirchen in deiner Stadt hast, kannst du dich an die Faustregel halten: mindestens halb so viele Kirchen wie Apotheken.

Läden
Baue an jeder Bushaltestelle deiner Stadt einen Zeitungskiosk und eine kleine Fressbude, die Piroggen oder Schawarma anbietet. Der Zeitungskiosk sollte auf jeden Fall Putin-Kalender und Magneten führen. Baue solche Kioske und Fressbuden auch an zahlreichen anderen Ecken deiner Stadt. In Unterführungen von breiten Straßen bietet es sich an, nicht nur Zeitungskioske und Fressbuden zu bauen, sondern auch kleine Tante-Emma-Läden, die alles und nichts führen: Schreibwaren, Kurzwaren, Küchenutensilien, Unterwäsche, Hausschuhe, alles was man sonst noch so brauchen könnte und Krimskrams. Wichtig hierbei: Die Kioske und kleinen Läden dürfen auf keinen Fall betretbar sein. Die Kunden dürfen nur durch ein kleines, aufklappbares Fenster bedient werden.
Baue außerdem ein größeres Einkaufszentrum in die Stadtmitte, das den kreativen Namen „Einkaufszentrum“ trägt. In diesem Einkaufszentrum sollte es viele kleine Läden geben, wovon mindestens drei Viertel Kleidung, Schuhe oder Hüte verkaufen sollte.

Häuser
Für den Sowjetcharme vergiss nicht, Betonklötze in die Randbezirke deiner Stadt zu bauen. Für kleinere Städte bieten sich Vier- bis Fünfetager an, ohne Aufzug, alle nach dem selben Grundriss mit Ein-, Zwei- und einigen Dreiraumwohnungen ausgestattet. In größeren Städten dürfen die Gebäude auch höher werden, ein Aufzug ist dann aber Pflicht. Außerdem sollte es mindestens einen Bezirk mit kleinen Einfamilienhäuschen aus Holz geben – für den russischen Touch.

Der letzte Schliff
Zu guter Letzt: Vergiss nicht, kleinere und größere Löcher in den Asphalt auf den Bürgersteigen und den Straßen zu schlagen. Denn – eine Stadt mit intakten Straßen ist keine russische Stadt!

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