한국어 대회 – Wir sprechen Koreanisch!

In Russland gibt es schon in der Schule für jedes Fach sogenannte Olympiaden, also Wettbewerbe, wo sich die Klassenbesten zunächst auf Stadtebene, später auch auf Kreis-, Oblast- und irgendwann auch landesweit messen.

Aber Russland wäre nicht Russland, wenn es solche Olympiaden nur an der Schule gäbe. Natürlich gibt es sie auch an den Universitäten. Und da ich seit September zusätzlich zu meinen Pflichtveranstaltungen einen Koreanisch-Sprachkurs besuche und mein Koreanisch bereits auf einem soliden Niveau ist wurde ich von meiner Lehrerin zu einem Koranisch-Wettbewerb in Irkutsk geschickt.

Der Wettbewerb wurde Anfang Dezember vom Fremdspracheninstitut der Irkutsker Staatsuniversität (also nicht unserer Uni!) ausgerichtet.

Meine Aufgabe vor dem Wettbewerb: einen dreiminütigen Vortrag zum Thema „Mein Korea“ ausarbeiten. Ich entschied mich dafür, darüber zu sprechen, wie und warum ich Koreanisch lerne. Die in Russland fast schon obligatorische Powerpoint-Präsentation durfte dabei natürlich nicht fehlen.

Am Wettbewerb nahmen etwa 30 Koreanischlernende teil. Obwohl wir vorher von unseren Lehrern für den Wettbewerb angemeldet wurden, mussten wir bei der Ankunft noch einmal unser Niveau nennen: Anfänger (초급), Mittel (중급) oder Hoch (고급). Ich entschied mich für das mittlere Niveau. Zu meiner Verwirrung wusste man am Empfang auch direkt, wer ich war. Die simple Erklärung: „Deine Lehrerin hat schon alles erzählt.“ Ach stimmt, die russische Gerüchteküche…

Annemarie spricht Koreanisch

Beim Wettbewerb waren zuerst die Anfänger dran. Sie durften einen Zettel mit nach vorne nehmen und wurde mit Fragen verschont. Die Teilnehmer des mittleren und des hohen Niveaus mussten vollkommen frei sprechen und sich nach ihren Vorträgen den Fragen der Jury stellen. Die Nervosität war groß – klar, wenn man vor einem Saal von Leuten und einer Jury sprechen soll – und nicht selten verlor jemand beim Sprechen den Faden. „Naja, dann bin ich ja wenigstens nicht die Einzige…“, dachte ich mir daher, als ich meinen Weg nach vorne antrat. Doch erstaunlicherweise klappte alles wie am Schnürchen. Nur die Fragen am Ende konnte ich nicht so gut beantworten – Koreanisch sprechen und Koreanisch verstehen sind eben doch zwei unterschiedliche Dinge. Zu den Gewinnern des Wettbewerbs gehörte ich daher am Ende nicht, doch ich war auch mit meiner Teilnehmerurkunde und der Bewunderung der Russen für die „Deutsche, die Koreanisch UND Russisch lernt“ mehr als zufrieden.

Bevor das obligatorische Gruppenfoto geschossen wurde, sprach mich zudem eine Frau aus der Jury an: „Das hast du ganz toll gemacht, wie eine richtige Koreanerin! Deshalb habe ich dir auch hundert Punkte gegeben.“ Für dieses Kompliment allein hat es sich für mich schon gelohnt, dort gewesen zu sein.

kpop

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Annemarie Pappe studiert seit Herbst 2013 IRS in Potsdam. Das Wintersemester 2016/2017 verbringt sie mit sieben anderen PotsdamerInnen an der Staatlichen Baikal-Universität in Irkutsk. Und da sie nicht gerne halbe Sachen macht, hört sie nicht nur K-Pop, sondern lernt auch Koreanisch.

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