Ausziehn!

Weil es so kalt ist in Sibirien und alle warm eingepackt sind, gibt es überall Garderoben, auch an der Uni. Und überall in der Uni gibt es Hinweisschilder, dass die Studierenden bitte auch Gebrauch von der Garderobe machen und ihre Oberbekleidung dort abgeben sollen, sonst dürfen sie zum Beispiel den Lesesaal oder die Bibliothek nicht betreten.
Eigentlich eine gute Sache, die Garderobe. Auch wenn die Garderobendamen ausschließlich Jacken und Mäntel mit Aufhänger annehmen – an den Kapuzen dürfen sie die Jacken auf gar keinen Fall aufhängen! (Es gab nie eine Erklärung, warum.) Aber immerhin müssen wir dann nicht unsre dicken und schweren Mäntel durch die ganze Uni schleppen.
Manchmal übertreiben es manche Dozenten aber auch mit der Genauigkeit. Wir kommen nur kurz zur Uni, um einem Dozenten unsre Hausarbeiten vorbeizubringen. Dürfen aber nicht in sein Büro, in unsrer Oberbekleidung, sagt uns seine Kollegin, schaut uns böse an und murmelt vor sich hin, was denn das für schlechte Angewohnheiten seien und sowieso und überhaupt und grummel grummel grummel.
Also gehen wir nacheinander rein ins Büro, während vor der Tür immer jemand die Jacken hält. Ernsthaft? Ernsthaft. Wer nicht lesen kann, muss fühlen, oder so. Die Universitäten in Russland haben augenscheinlich nicht nur einen Bildungs-, sondern auch einen Erziehungsauftrag.

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