Heiße, heilige Quellen

Badeanzug? Braucht man während des sibirischen Winters nicht. Das denken wir jedenfalls, bis uns unsere Wohnheimsfreundin Aigul einlädt, mit ihr und sechs weiteren russischen Studenten aus der Wandergruppe der Baikal-Uni nach Schemtschug zu fahren – einen kleinen Ort in der Republik Burjatien, wo man auch im Winter in heißen Quellen baden kann. Das hört sich natürlich vielversprechend an und so fahren wir – acht Deutsche und eine Französin – Anfang November zusammen mit ein paar Russen nach Arschan, eine Stadt nicht weit entfernt von Schemtschug.

Nach einem netten Wochenende, von dem ihr morgen lesen könnt, fahren wir mit einer Marschrutka nach Schemtschug. Nur leider sind in dem Minibus nicht ganz so viele Plätze, wie wir brauchen. Der Fahrer löst dieses Problem, indem er Hocker dazustellt.

In Schemtschug kaufen wir ein Ticket, um Baden zu können und drängen uns in die Umkleide. Früher habe es da richtige Spinds gegeben, davon sind unsere russischen Freunde überzeugt, heute ist da nur eine Garderobe. Und dann geht es endlich in die ersehnte Quelle: Ein Schwimmbecken mit Sandboden, in welches das Quellwasser durch eine Pumpe hineingespritzt wird. Vor dieser Pumpe stehen die Leute nun auch alle, und es sieht fast ein bisschen so aus wie eine sowjetische Warteschlange Ende der achtziger Jahre. Dank meines wasserdichten Fotoapparates können wir schöne Nixenfotos machen, zumindest über Wasser, denn das gesunde/heilige Quellwasser ist leider zu trüb.

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Elena Reck studiert seit Herbst 2013 IRS in Potsdam. Das Wintersemester 2016/2017 verbringt sie an der Staatlichen Baikal-Universität in Irkutsk. Nach dem Baden waren ihre blauen Flecken zwar weg, ob sie an die Heilkraft des Wassers glauben soll, weiß sie trotzdem nicht so recht.

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