Sibirische Kälte

Es ist kalt geworden hier in Sibirien. Und zwar jetzt schon, im November, nicht erst im Januar und Februar, wie ich allen Kältebesorgten Zuhause in Deutschland erzählt habe. Zwischen -20 und -30°C hat‘s gerade, nachts kälter, tagsüber „wärmer“.

Aber anders, als ich das aus den zentralen Regionen Russlands kenne, bricht hier nicht das Alltagsleben zusammen, nur weil es mal -30°C hat. Die Leute gehen zur Schule, zur Uni, zur Arbeit. Und niemand redet über die kalten Temperaturen.

In Uglitsch fiel die Schule bei -32°C aus, in Pskow kam bei -25°C fast niemand mehr zur Arbeit. Hier geht das Leben einfach weiter. Die Menschen tragen Pelzmäntel, Pelzstiefel, dicke dicke Winterjacken. Die Kinder haben lustige Schneeanzüge an, in denen sie wie kleine Kosmonauten durch die Gegen stolpern. Und alle haben rote Wangen, weil das Gesicht eben der Teil des Körpers ist, der irgendwie frei bleiben sollte von schützenden Stofflagen.

Der Atem gefriert an den den Haaren und Schals fest, Busfenster sind von Innen zugefroren, im Wohnheim zieht‘s in der oberen Etage, weil die Fenster noch nicht abgeklebt sind. Aber wir haben gelernt: Ein echter Sibirjake ist nicht der, dem nie kalt ist, sondern der, der sich warm anzieht. Also packen wir uns warm ein und trotzen den Temperaturen.

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