Eifersüchtig auf die Kuh

Svenja war mit ihrem „Ehemann“ Alex auf Olchon im Baikalsee. In einer kurzen Serie berichtet sie von den wundersamen Dingen, die sie dort erlebt haben.

Nach der romantischen Zwangsverheiratung beim Wohnheimsbezug zu Anfang des Semesters durften natürlich die Flitterwochen nicht fehlen. Alex und ich sind nach Olchon gefahren. Und da kam es zum ersten Eifersuchtsdrama unserer noch so jungen Ehe: Ich habe mich in die Olchoner Kühe verliebt.

Sie haben Kindheitserinnerungen in mir geweckt und mich in Erstaunen versetzt: Auf Olchon sind die Kühe nicht eingezäunt, sondern spazieren und grasen in Herden friedlich auf der ganzen Insel.

Viele Geheimnisse verbergen sich hinter dieser Idylle: Woher weiß der Bauer, welche Kühe ihm gehören? Wie finden die Kühe nach Hause? Wie werden sie gemolken?

Vielleicht kümmern sich die Bauern im kommunistischen Geist gemeinsam um die Kühe. Vielleicht baut jeder Bauer zu seinen Bertas und Gretas eine ganz individuelle, spirituelle Bindung auf, sodass Herrchen und Tierchen immer wieder zueinander finden. Die Insel beherbergt schließlich die geheimnisvollen Kräfte des Baikals und schamanische Geister. Da sind Mensch, Tier und Natur eins…

Fakt ist: Bio-Deluxe-Fleisch von freilaufenden, glücklichen Kühen kommt aus Sibirien. Und ein bisschen möchte ich als Kuh auf Olchon wiedergeboren werden.

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Svenja Meyer studiert Interdisziplinäre Russlandstudien an der Uni Potsdam. Wenn sie nicht gerade Russisch, Französisch oder Arabisch lernt, macht sie am liebsten Kurztrips in Europas Metropolen.

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