Die stärksten Zigaretten der Welt

Es gibt wirklich alles in diesem Internet. Youtuber, die regelmäßig Zigaretten testen und bewerten, zum Beispiel. Als „stärkste Zigaretten der Welt“ werden dort die Papirossy „Belomorkanal“ vorgestellt.

„Die Lieblingszigaretten Stalins! Wenn wir die rauchen, ist das ein Stück Geschichte“, frohlockt ein Mitglied der kleinen IRS-Zigarettentestgruppe.

Schlappe 50 Rubel kostet eine Packung Belomorkanal, also nichtmal ein Euro für die 25 Zigaretten. Wikipedia weiß: Es sind nicht die Lieblingszigaretten Stalins, das war „Herzegowina Flor“.

Egal. Trotzdem ein Stück Zeitgeschichte, denn: Papirossy haben eine lange Papierhülse, an die erst der Teil mit dem Tabak anschließt. Einen Filter gibt es nicht. Durch die lange Papierhülse konnten die Arbeiter, die in den 1930er-Jahren den Weißmeer-Ostsee-Kanal bauen mussten, rauchen, ohne den Tabak mit ihren feuchten Händen nass zu machen.

Feuchte Hände haben wir nicht, cool sind wir trotzdem. Unser Testbericht: Verschiedene Leute geben verschiedene Anleitungen zum richtigen Rauchen der Papirossy. Die einen meinen, wir sollen die lange Hülse zweimal knicken, damit der Rauch in der entstandenen Kammer abkühlen könne. Andere meinen, durch einfaches Zusammendrücken der Papierhülse könnten wir unseren „manuellen Filter“ bilden und die Stärke der Zigarette somit selbst bestimmen.

Wir versuchen es mit Variante zwei und hören bald ganz auf, die Hülse überhaupt irgendwie zu knicken oder zu drücken. Im Gegensatz zum Youtubekettenraucher müssen wir nicht husten. Vielleicht ziehen wir nicht stark genug. Den scharfen Geschmack auf der Zunge merken wir. Ein bisschen ist es wie Zigarre rauchen. Und Nikotin spüren wir auch. Viel viel Nikotin. Also keine Zigaretten für jeden Tag. Zumindest, wenn man nicht gerade einen riesigen Kanal bauen muss.

Angeblich wurden Papirossy in der Sowjetunion übrigens auch dazu verwendet, Schmiergeld zu zahlen. Tabak raus aus der Hülse, Geldschein rein – willst du vielleicht eine rauchen? Und der Deal stand.

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Die kleine, aber feine IRS-Zigarettentestkommission möchte lieber anonym bleiben. Ab und an gibt es, neben Zigarettenverkostungen, auch Spontanpartys, weil im Supermarkt grade irgendein Alkohol im Angebot war.

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