Gut gekühlt

Essen die Russen denn keine Butter?, fragten wir uns leicht frustriert, als wir beim ersten Einkauf im Supermarkt sämtliche Kühlregale erfolglos abgeklappert hatten. Doch, essen sie. Aber Butter wird hier nicht im Kühlregal aufbewahrt, sondern im der Tiefkühltruhe, gleich neben dem schockgefrosteten Gemüse und den Fertiggerichten zum Selberauftauen. Damit nicht alles gleich zerfließt, wenn die frischgekaufte Butter dann nach Hause transportiert wird.

Gegessen wird die Butter auch anders, als in Deutschland. Hier schmiert sich das niemand aufs Brot. Stattdessen werden, je nach Geschmack, dünne bis mitteldicke Scheibchen abgeschnitten und nebeneinander aufs Brot gelegt. Darauf dann eine dicke Scheibe Wurst oder Käse – fertig ist der Snack.

Für die Russischlerner: Es gibt im Russischen nur ein Wort für Butter und Öl: масло. Wer sich genau ausdrücken möchte, muss Adjektive hinzufügen. Öl ist растительное масло (pflanzliches Fett), Butter ist сливочное масло (Butter aus Milch). Margarine gibt’s auch (маргарин), sie kostet meist nur ein Zehntel dessen, was Butter kostet, und ist in der Regel aus billigen Fetten hergestellt. Die meisten hier nehmen sie, wenn überhaupt, nur zum Backen, auf dem Brot isst das niemand.

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Annemarie Pappe studiert seit Herbst 2013 IRS in Potsdam. Das Wintersemester 2016/2017 verbringt sie mit sieben anderen PotsdamerInnen an der Staatlichen Baikal-Universität in Irkutsk. In ihrer Freizeit lernt sie Koreanisch.

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