Unterhosenparty

Story of my life: Die Waschmaschine ist da. Aber sie geht nicht. In der WG in Potsdam machte unsre Waschmaschine zwei Monate vor Auszug schlapp. Nochmal ‘ne neue kaufen? Hoch in den fünften Stock schleppen? Und danach wieder runter? Lieber nicht. Also wuschen wir bei Freunden, im Waschsalon, von Hand. Und dachten, dann, in Russland, im Wohnheim, da können wir wieder normal waschen.

In Russland im Wohnheim, Waschmaschinen? Eher nicht, meinte eine russische Bekannte, die in Moskau studiert hat. Doch doch, die Vorgänger haben uns erzählt, da gibt’s Waschmaschinen, alles kein Problem.

Waschmaschinen gibt’s hier auch zur Genüge, aber sie funktionieren nicht. Und sie werden auch nicht funktionieren, teilte uns der Haustechniker mit. Ihr könnt dann im Wohnheim nebenan waschen, für 50 Rubel die Ladung, versicherte uns die Wohnheimsdame. Aber erst, wenn die Waschmaschine dort geliefert ist. Falls sie je geliefert wird, denken wir uns.

Bis dahin heißt es: von Hand waschen. Oder im Waschsalon. Oder bei Bekannten. Wir haben ja auch nicht sooo viel dabei, nur einen Rucksack oder einen Koffer voll Klamotten, je nach dem. Und es geht tatsächlich, das Waschen von Hand. Wenn der richtige Dreh gefunden ist. Die Oma, die vielleicht erklären könnte, wie sie das früher so gemacht hat, als eine Handschleuder das Ding war, was jede Hausfrau brauchte (ähnlich wie heute der Thermomix, wahrscheinlich), ist nicht zu erreichen. Zum Glück gibt’s das Internet. Und Wikihow. Und Trial and Error funktioniert ja auch immer.

Waschsupergrrrl

Wir wissen jetzt: Die Wäsche besser nicht über Nacht einweichen, riecht danach dann ziemlich muffig. Das will keiner anziehn. Besser geht: Bottich voll mit handwarmem Wasser, ein bisschen Waschmittel darin auflösen (nicht zu viel, wäscht sich nachher nicht mehr so doll raus), Klamotten rein, bisschen rumschwimmen lassen, bisschen rumrühren, bisschen die dreckigen Teile richtig ausreiben. Dann mit ein paar Ladungen Wasser das Waschmittel rauswaschen, fertig.

Wir sind erstaunt, wie dreckig unsre Kleider tatsächlich sind. Ist das Waschwasser in den Waschmaschinen auch immer so schwarz?

Der anstrengende Teil kommt jetzt: Die Wäsche muss gut ausgedrückt werden. Aber nicht wringen, sonst verzieht sich das Material. Geht ganz schön in die Arme, diese Arbeit. Dann noch ein, zwei Tage trocknen lassen (wir hoffen, das geht schneller, sobald die Heizung angeschaltet wird), fertig ist die Handwäsche.

Habt ihr einen Eimer mit Deckel und einen Pümpel?, fragt ein Freund. Daraus könnt ihr euch eine kleine Handwaschmaschine zusammenbauen. Haben wir nicht da, grade. Und eigentlich fühlen wir uns bisher auch noch ganz wohl mit der Bottichmethode – ein bisschen fühlt es sich nach Abenteuer an, nach dem echten, harten Leben. Und falls wir davon genug haben, gibt es ja immer noch den Waschsalon nebenan.

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