Die Scheinchen sind zu groß

In Russland an Geld kommen? Ganz einfach, wie in Deutschland auch: Der Geldautomat spuckt hübsche Scheinchen aus. Nur leider leider lassen einen nicht alle Automaten auswählen, wie die Scheine sortiert sein sollen. Und mehr als 5000 Rubel aufs Mal sind auch nicht drin (etwa 70 Euro).

Also heißt es im Zweifel: Mehrfach hintereinander Geld abheben, während sich eine lange, ungeduldige Menschenschlange bildet. Sorry. Geht nicht schneller.

Der wahre Spaß fängt aber erst danach an: Mit einem 5000-Rubelschein einkaufen zu gehen, ist nicht lustig. Wirklich nicht. Es ist schlimmer, als beim Bahnautomaten mit großen Scheinen zahlen zu wollen (wir erinnern uns: Der Wechselgeldbetrag darf den Zahlbetrag nicht übersteigen). Denn selbst in großen Supermärkten ist Wechselgeld Mangelware. Woran das liegt? Vielleicht holen die Eigentümer der kleinen Geschäfte das Bargeld regelmäßig ab, damit es nicht geklaut wird, vermutet eine russische Ladenbesitzerin. Eine Erklärung. Die sicher nicht für die großen Supermärkte gilt. Aber auch hier gibt es genervt-böse Blicke, wenn sie 700 Rubel Wechselgeld rausgeben soll. Und die Kassiererin hat oft schlechte Tage.

Auch in Cafés hätten sie das Geld gerne passend, oder wenigstens “ohne Wechselgeld” bitte, also mit schön viel Trinkgeld. Denn allzu kleines Kleingeld sollte es auch nicht sein. Passt auch nicht in die hübschen Umschläge rein, mit deinen gefühlt überall bezahlt wird, außer in Deutschland.

Auf der Post kann ein Brief manchmal einfach nicht abgeschickt werden, wenn das Geld nicht stimmt. Machen Sie erst Ihre Scheine irgendwo klein, dann kommen Sie wieder. Nur wo? Schulterzucken.

Nicht nur der 5000er, der größte der Rubelscheine, ist ein Problem. Auch schon bei 1000-Rubelscheinen (etwa 15 Euro) hapert’s oft.

Das Szenario: Der Eintritt kostet 220 Rubel, die Zahlende hat nur einen 1000-Rubelschein, frisch aus dem Automaten.
– Wo haben Sie denn diesen Schein her?
– Grade aus dem Automaten gezogen.
– Wirklich? Irgendwie sieht der komisch aus, ich weiß ja nicht.
– ?! [leicht genervter Blick, keine Bereitschaft, Kleingeld zusammenzukramen, weil: nicht vorhanden]
– [Kassiererin holt einen Stapel 1000-Rubelscheine aus der Schublade, vergleicht den neuen Schein mit den alten, ist nicht zufrieden.] Aber diese Farbe, die Farbe ist irgendwie anders. [Hält den Schein gegen das Licht.]
– …
[Beide Parteien schauen sich nun offen genervt an. Nach gefühlt zehn Minuten Schweigen packt die Kassiererin den Schein in die Kasse und zählt das Wechselgeld ab.]
– Nun gut. Hier.
– Vielen Dank.

… irgendwie klappt es dann meist eben doch irgendwie.

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